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Weniger ist mehr – meine wichtigste Erkenntnis aus dem Sommer für den Mama-Alltag

  • Autorenbild: Kristin Frank
    Kristin Frank
  • 17. Sept. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

In diesem Sommer hat sich bei mir immer wieder ein Gedanke festgesetzt und zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Zeit. Ich teile ihn heute hier auf dem Blog – und vielleicht resoniert (so sagen wir in der Szene 😉) er ja auch genauso mit Dir? Vielleicht löst er ja auch etwas in Dir aus.

Der Gedanke lautet: „Weniger ist mehr“.


Ok – ich seh schon, wie Du Dich jetzt verwirrt fragst: „Aha, und für diese Erkenntnis hat sie jetzt einen ganzen Sommer lang gebraucht?“

Ich weiß, es ist nix Neues. Das hast Du schon hundertmal gehört…


Aber was genau bedeutet „weniger ist mehr“ wirklich für unseren Alltag als Mütter und Familien?


Ich habe oft das Gefühl, dass wir alle – mich eingeschlossen – genau in die gegenteilige Richtung rennen. Mehr Termine, mehr Urlaub, mehr Sport, mehr Dinge, die wir um uns herum anhäufen.


Ich werde Dir jetzt anhand dreier stichhaltiger Beispiele zeigen, warum „weniger ist mehr“ so wichtig für Mütter und Familien ist – und warum es eben kein blödes Blabla ist.



1. Weniger ist mehr: Mehr freie Zeit für Kinder

Mein Sohn sagte irgendwann mitten in den Ferien zu mir: „Mama, ich hab überhaupt keine Freizeit mehr.“ Dieser Satz klang für mich aus dem Mund eines 13jährigen Teenagers, der gerade 6 Wochen Sommerferien hat, total absurd und ich war sogar ein kleines bisschen wütend, hatte ich mir doch ein wirklich gutes Ferien-Programm ausgedacht: mit 4tägigem DIY Workshop und Camping, Besuch bei den Großeltern, 1wöchigem Ferienlager mit Freunden, 2wöchigem Familienurlaub in Frankreich.

Bei genauerem Hinsehen dämmerte mir, was er meinte: Ja, so wirklich viel freie Zeit hatte er in diesen Ferien nicht.


Wir Eltern denken oft, wir müssten unseren Kindern in jeder freien Minute etwas bieten: jede Ferien in den Urlaub fahren, Ferienprogramm, Ausflüge, Essen gehen… Wir haben genaue Vorstellungen davon, was „sinnvolle“ Freizeitgestaltung ist und vergessen dabei, dass Kinder Frei-Raum brauchen.

Zeiten, in denen nichts passiert, Langeweile, in den Tag hineinleben, bis mittags im Bett herumlümmeln, Tage ohne Struktur, Räume und Zeiten ohne Erwachsene. Das ist manchmal schwer auszuhalten, aber genau da liegt der Schlüssel: Sie lernen, sich selbst zu beschäftigen, Ideen zu entwickeln, und – ganz wichtig – wirklich zur Ruhe zu kommen. Ohne Reizüberflutung, ohne Dauerbeschallung.

Weniger ist mehr.



2. Weniger ist mehr im Mama-Alltag

In einem Podcast hörte ich kürzlich ein Gespräch zweier Mütter. Eine der beiden erzählte, sie habe für sich endlich einen Weg gefunden, wie sie ihren Alltag als selbstständige Mutter gut meistern könne: sehr viel Sport, gesunde Ernährung ohne Zucker und Weizen, kein Alkohol, ausreichend Schlaf, Meditation, Nahrungsergänzungsmittel, eigene Grenzen wahren…

Das klang erst einmal beeindruckend – und ja, ich ertappte mich bei dem Gedanken: Warum kriege ich das eigentlich nicht so konsequent hin? Zumal die Frau einen sympathischen Instagram Account besitzt und einen an alledem teilhaben lässt. Doch je länger ich zuhörte, desto nachdenklicher und betroffener wurde ich. Denn im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich:


Diese Mutter wacht jeden Morgen bereits mit so einem hohen Stresspegel auf, dass sie dieses aufwändige Programm dringend braucht, um den Tag überhaupt zu bewältigen.

Das Schöne war, dass die beiden Frauen im Gespräch genau diese Schieflage herausarbeiteten und überlegten: Wie wertvoll ist ein vermeintlich „gutes Programm“ eigentlich noch, wenn es fast wie eine Art Droge eingesetzt werden muss, um den Alltag durchzuhalten?

Ja: Ist das wirklich „gut meistern“? Oder steckt nicht vielmehr die Gefahr darin, dass wir uns so sehr im Optimieren verlieren, dass wir das eigentliche Leben verpassen?

Vielleicht gilt auch hier: Weniger ist mehr.



3. Weniger ist mehr – Ausmisten: real und digital

Ich bin ein großer Fan des Ausmistens. Gegen Ende jeden Sommers miste ich aus: die Zimmer der Kinder werden auf den Kopf gestellt- der Keller, Schränke, alles, was im vergangenen Jahr nicht benutzt wurde, fliegt raus (ok, fast alles ).

Der Wertstoffhof und Ebay Kleinanzeigen sind in dieser Zeit meine besten Freunde. Für mich gibt es nichts Schöneres als das Gefühl, sich von Dingen zu trennen. Ja wirklich.

Leider hat auch da der Alltag seine Tücken eingebaut, denn ich bin mit einem Schwaben verheiratet, der jedes Stück Holz aufbewahrt, weil „dess isch no gut“ und „dess könnt mer jo irgendwann ämol no brauche“. Also findet bei uns „achtsames Ausmisten“ statt und wenn er mal nicht hinschaut auch radikales (gnihihi). So haben wir uns letzten Sommer von 20 Türklinken getrennt, die wir 10 Jahre lang nach Umbau unseres Hauses aufbewahrt hatten.


Ein weiteres „Weniger ist mehr“ darf uns auch im digitalen Raum begleiten: weniger Zeit am Handy, weniger Social Media, weniger Vergleiche, weniger Ablenkung. Zur Zeit ist das Thema der Social Media Begrenzung für unter 16jährige allgegenwärtig in den Medien. Zurecht. Gleichzeitig sollte dies auch für uns Erwachsene eine gute Erinnerung sein, immer wieder einmal das eigene Medienverhalten auf den Prüfstand zu stellen.


Wie viel leichter wird der Kopf ohne ständiges Scrollen, Vergleichen, ohne ständige Erreichbarkeit, ohne bei jeden Summen sofort auf den Bildschirm zu schauen?

Was vermisst Du, wenn Dir nicht minütlich weitere Ernährungsvideos, Glücksbotschaften, Hausmakeovers, Beautytipps, Weltuntergangsszenarien angezeigt werden? Und wieviel Zeit hast Du stattdessen für andere Dinge?

Weniger ist mehr.



So gehe ich in den Herbst

Dieser Sommer hat mir noch einmal gezeigt: Wir brauchen nicht mehr Programm, mehr Struktur, mehr von allem.


Die wahre Qualität liegt im Weniger. Weniger Termine, weniger Druck, weniger Vergleiche.

Vielleicht darfst Du- besonders als Mutter- das heute einmal bewusst auf Dich wirken lassen.

Denn viele Mütter erzählen mir von ihrem überreizten Nervensystem, vom ständigen „Funktionieren“.

Doch: Bitte tritt auf die Bremse. Du musst nicht alles alleine schaffen. Weniger ist mehr!


Mit diesen Gedanken werde ich auf jeden Fall mit meiner Familie ins neue Schuljahr und in den Herbst starten.


Und Du: Wo in Deinem Leben könnte „weniger“ gerade tatsächlich „mehr“ sein?


Weniger ist mehr im Mama-Alltag

 
 
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