Hilfe annehmen als Mutter – warum wir innerlich oft Nein sagen, noch bevor jemand fragt
- 29. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Neulich waren wir bei Freunden eingeladen, alle hatten ein bisschen was mitgebracht und so wurde der Nachmittag mit einem leckeren Kuchenbuffet eröffnet.
Während ich die köstliche Erdbeer-Windbeutel-Torte meiner Freundin mampfte, dachte ich wieder an die anstehende Konfirmation meines Sohnes und an die Kuchen, die wir für eine doch beträchtliche Anzahl an Gästen benötigen würden.
Ob ich alles selbst backe? Aber wann? Oder doch noch etwas beim Bäcker bestellen?
Will ich eigentlich nicht… Aber realistisch gesehen…
Ich muss laut gedacht haben, denn plötzlich sagte meine Freundin S.: „Ich back Euch die Erdbeer-Torte.“ Und meine Freundin E.: „Ich back Dir auch was, Du musst nur sagen, was Du möchtest.“
Einfach so.
Und rate mal, was mein erster Gedanke war?
„Oh Gott, das kann ich doch nicht annehmen. Die haben doch selbst genug um die Ohren.“
Von mir aus hätte ich die beiden niemals gefragt. Was für eine Zumutung. Während ich natürlich andersherum auch sofort angeboten hätte zu backen. Ohne eine Sekunde darüber nachzudenken.
So sind wir halt, oder? ;-)
Was mich dabei jedes Mal wieder beschäftigt – in meiner Beratung genauso wie an Kaffeetischen – ist, wie schnell wir auf die innere Bremse steigen, wenn es darum geht, Hilfe anzunehmen als Mutter. Es passiert einfach. So reflexartig, noch bevor irgendjemand überhaupt etwas gefragt hat.
Meistens steckt eines von drei Mustern dahinter, die sich so normal anfühlen, dass wir sie kaum noch als Muster erkennen:
1. Das Mitdenken
Wir rechnen für andere durch, bevor wir überhaupt fragen. Die hat selbst drei Kinder. Der hat gerade Stress im Job. Das kann ich ihr/ihm jetzt nicht auch noch zumuten.
Wir lehnen Hilfe ab, die noch gar nicht angeboten wurde. Ziemlich effizient, wenn man es so betrachtet.
2. Die Schuldfrage
Hilfe annehmen als Mutter bedeutet für viele: in der Schuld stehen. Sich erklären müssen. Zurückgeben müssen. Das kostet mehr Energie als das Annehmen spart – womit wir uns die Entlastung selbst schon irgendwie wieder wegorganisiert haben.
3. Das Selbstbild
Irgendwann haben wir gelernt, dass Stark-Sein bedeutet: nichts zu brauchen. Alles alleine zu schaffen. Das war uns vielleicht auch vor langer Zeit einmal dienlich. Doch im ziemlich vollen Mutteralltag funktioniert es oft nur noch so mittel.
Und nicht nur im Mutteralltag…
Erkennst Du Dich? Ich mich jedenfalls schon…
Ein kleiner Impuls für diese Woche
Schau Dir diese Woche an, wie oft Du innerlich schon Nein sagst, bevor jemand überhaupt gefragt hat. Nicht, um Dich zu ärgern. Nur, um es zu bemerken.
Und dann, falls sich eine Gelegenheit ergibt: Nimm das Angebot an. Ohne Gegenrechnung. Ohne Erklärung danach. Ohne „Aber nur wenn es wirklich keine Umstände macht“.
Es darf sich ruhig ein bisschen komisch anfühlen. Das ist meistens das Zeichen, dass es genau richtig war und Du auf einem guten Weg bist. ;-)
Vielleicht helfen Dir dabei auch diese Fragen:
Wer in meinem Umfeld bietet regelmäßig Hilfe an, die ich meistens ablehne?
Was genau hält mich davon ab – Schuld, Selbstbild, Mitdenken?
Was wäre der kleinste mögliche Schritt, den ich diese Woche machen könnte?
Für Fortgeschrittene: Bitte um Hilfe, wenn Du sie brauchst.
Und weißt Du, was mir an diesem Nachmittag nochmal richtig bewusst geworden ist? Meine Freundinnen S. und E. haben das Angebot nicht gemacht, weil sie mussten. Sie haben es gemacht, weil sie wollten. Weil es ihnen etwas bedeutet, für jemanden da zu sein, den sie mögen.
Die meisten Menschen helfen gerne. Wirklich. Das vergessen wir manchmal, weil wir so sehr damit beschäftigt sind, uns nicht zumuten oder jemandem zur Last fallen zu wollen.
Wie es bei mir weitergegangen ist? Natürlich habe ich das Back-Angebot sehr gerne angenommen. Und mir die Erdbeer-Windbeutel-Torte und den Käsekuchen mit Mandelkruste ordentlich schmecken lassen :-)
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Und jetzt bist Du dran:
Wann hast Du zuletzt Hilfe angenommen und wie hat es sich angefühlt?
Schreib’s gerne in die Kommentare. Ich lese wirklich alle.
Wenn Du merkst, dass solche Muster in Deinem Alltag mehr Raum einnehmen als Dir lieb ist, schau Dir gerne mein kostenloses Kennenlerngespräch an. Dann überlegen wir gemeinsam, was Du gerade brauchst.




